Die Erstausgabe von "Momo" erschien 1973. Die Warnung, die Michael Ende darin ausspricht, ist bis heute relevant geblieben. Er warnt vor einer Gesellschaft, die sich zu sehr auf Effektivität, Produktivität und Fortschritt konzentriert, auf Kosten von zwischenmenschlichen Beziehungen, Würde und der Freude am Leben. Die Menschen-gemachten Grauen Herren aus seinem Roman scheinen in Zeiten der Künstlichen Intelligenz noch weitreichendere, tatsächlich selbständig werdende Formen angenommen zu haben. Die Automatisierungs- und Optimierungsmöglichkeiten sind geradezu atem-beraubend für uns alle: was uns Zeitersparnis verspricht droht uns vollkommen einzunehmen.
Zum Glück bleibt auch Michael Endes Hoffnung aktuell: wenn die Menschen lernen, auf die Musik in ihrem Herzen zu hören kann ihnen niemand die Zeit stehlen: ein jeder kann lernen zu spüren, was wirklich wichtig ist im Leben. Jederzeit.
"Ich teile jedem Menschen seine Zeit zu. Dagegen können die Grauen Herren nichts tun - sie können die Zeit, die ich aussende auch nicht aufhalten. Aber sie können sie vergiften." (Meister Hora in MOMO, 19. Kapitel: Die Eingeschlossenen müssen sich entschließen)
Wir empfehlen das Theaterstück ab der 5. Klasse sowie für Familien und Erwachsene.
Der Märchen-Roman "Momo" ist im Thienemann Verlag erschienen.
PS: im Roman ist Momo ein Mädchen, in unserer Stückfassung ein Junge und Meister Hora ist bei uns Frau Hora
Ensemble: Zahidi Haruna, Azizullah Gholam, Felix Pauli, Clemens Polifke, Emilian Doben, Ula Grzela, Matthias Fischer, Vera Schweinstetter.
Momo von Michael Ende
© Aufführungsrechte beim Bühnenverlag Weitendorf, Hamburg.